Kurvenfahrt
Richtig oder Falsch?
Um Kurven zu üben sollte man sich eine unbelebte Strecke aussuchen und alleine fahren, damit man nicht gehetzt wird. Außerdem wird einem so niemand reinreden und man kann sich ganz auf sich selbst konzentrieren.
Experimente, die einen in gefährliche Situationen bringen könnten, sollte man vermeiden. Nun fährt man eine Kurve ganz langsam an und versucht, sie so gut (nicht so schnell!) wie möglich zu durchfahren.
(Das Tempo kommt erst dann, wenn man prinzipiell mit Kurven zurechtkommst!)
FALSCH
Die Kurve wird früh angesetzt, der Scheitelpunkt (S) liegt in der Mitte der Kurve. Am Kurvenausgang kämpft man, um „die Kurve noch zu kriegen“. Geht es schief, kommt man auf die Gegenfahrbahn oder landet in der Vegetation.
RICHTIG
Langsam und spät in die Kurve einlenken. Zur Innenseite des Fahrstreifens ziehen. Der Scheitelpunkt liegt weiter hinten. Die Kurve ist geschafft, noch ehe sie zu Ende ist.

Richtiges Kurvenfahren
Damit Kurven fahren funktioniert sollte man langsam anfahren und spät einlenken. Wenn man den ersten kleinen Bogen hinter sich hat, kann man wieder vorsichtig Gas geben – vorausgesetzt, man hat die Kurve nicht schon an oder über dem Tempo angefahren, mit dem man zurechtkommt.
ACHTUNG: In Bild 2 berührt die rote Linie fast die schwarze. In der Praxis wäre so eine Spur nur dann möglich, wenn die Fahrbahn rein und am Rand keine Gegenstände (Leitblanken, Schilder, Pfosten…) vorhanden wären – doch mit so einem Zustand der Fahrbahn ist wohl auf keiner öffentlichen Straße zu rechnen.
Was ist zu beachten?
Diese Ideallinie wäre klasse, wären da nicht andere Fahrzeuge, Straßenverschmutzungen und eventuell Rollsplitt in der Breite eines Motorradfahrers in der Kurve liegen.
So nah wie im Bild gezeigt darf höchstens der Kopf, nicht aber der Reifen des Motorrads dem Fahrbahnrand kommen. In Schräglage wird ein Motorradfahrer fast so breit wie ein PKW. Das kann speziell in Linkskurven gefährlich werden, denn da ragt die obere Hälfte des Motorrades dann in die Fahrspur des Gegenverkehrs.
Besonders auf kurvigen Strecken ist immer (auch noch im Hochsommer!) am Straßenrand oder in der Mitte der Straße mit vom Winter oder von der letzten Streckensanierung zurückgebliebenem Rollsplitt zu rechnen.
In der Mitte der Fahrbahn findet sich ab und zu ein dunkler Streifen: Öl oder anderes schmieriges Zeugs, ein totes Tier oder Kuhfladen. Beim langsamen Anfahren der Kurve umfährt man diese Verunreinigungen relativ gefahrlos. Am Ausgang der Kurve ist in der Ideallinie auch die Sicht weit genug, um sich auf eventuelle Gefahren einzustellen.
Der nachfolgende Verkehrsteilnehmer macht in einer Rechtskurve wenig Probleme. Kritisch wird dieser in einer Linkskurve, in der man zunächst nach rechts schwenkt, um dann zum Scheitelpunkt nach links zu ziehen.Der nachfolgende Verkehrsteilnehmer, könnte hier dem Glauben verfallen, man schwenkt nach rechts, um ihn vorbei zu lassen. (Alles schon erlebt!) Dann knallt man ihm natürlich voll in die Seite, wenn man sein Überholmanöver nicht rechtzeitig mitbekommt.
Deshalb vor der Kurve IMMER in die Rückspiegel schauen!
Blicktechnik
Die Blicktechnik kann man gut auf einem unbelebten Parkplatz mit Freunden oder bei einem Sicherheitstraining unter der Aufsicht eines Instruktors üben. Meistens merkt man selbst nicht, wie oft sich der Blick bei der Fahrt nur knapp vor dem Vorderreifen in den Straßenbelag bohrt.
Es ist schwer, genaue allgemein gültige Angaben zu machen, wie weit man vorausschauen soll, da gerade in einer Kurve vieles abzuklären ist. Es gibt einen einfachen Satz, den man zu sich oder zu seinem Motorrad sagen kann „Dort wollen wir hin!“ dabei schaut man so weit wie möglich in die Kurve hinein.
Angstkurven
Angstkurven können Kurven sein, die vom Verlauf her gar nicht so schlimm sind aber man fährt sie mit einem unguten Gefühl oder unsicher an. Zum Beispiel befindet sich rechts von der Fahrbahn eine hohe Steinmauer, die den Blick automatisch anzieht, weil man dort nicht hineinfahren will. Und wohin man schaut, dort fährt man hin.
Lenkt man seinen Blick aber ganz bewusst nach links – weg von der Mauer, fährt sich die Kurve ganz einfach.
Auch andere Gegenstände am Straßenrand wie zum Beispiel Leitschienen, Gräben oder Pfosten können den Blick anziehen. Wenn man so eine „Angstkurve“ hat, sollte man prüfen, ob sich dort etwas in dieser Art befindet. Falls das so ist, hat man das Problem gelöst: von dem Gegenstand wegschauen, den Kurvenausgang fixieren und denken: „Dort wollen wir hin!“
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